Warum ein Schutzprotokoll Sinn ergibt
Amalgam besteht zu rund 50 Prozent aus Quecksilber, kombiniert mit Silber, Kupfer und Zinn. Beim einfachen Wegfräsen einer Füllung entstehen Quecksilberdampf und feine Partikel, die eingeatmet oder verschluckt werden können. Das Schutzprotokoll reduziert die Belastung gezielt.
Die Bestandteile: Kofferdam isoliert den Zahn, Hochvolumen-Absaugung fängt Aerosole direkt ab, reichlich Wasserkühlung bindet Stäube, schichtweises Entfernen in größeren Stücken verringert die Pulvermenge. Bei Bedarf ergänzen wir eine Nasenbrille mit externer Frischluftzufuhr.
Wichtig: Das Schutzprotokoll ist keine medizinische Garantie auf gesundheitliche Verbesserung — es reduziert die akute Exposition während der Entfernung. Über mögliche Langzeiteffekte gibt es uneinheitliche Studienlage.
Wie wir vorgehen — Schritt für Schritt
Im Beratungstermin nehmen wir Befund auf und besprechen Ihre Beweggründe. Manche Patientinnen und Patienten möchten alle Amalgamfüllungen entfernen, andere nur die defekten, wieder andere wollen primär metallfrei werden. Wir respektieren jede Entscheidung, ohne Druck.
Anschließend erstellen wir einen Heil- und Kostenplan, der die Schutzmaßnahmen, die Anzahl der Füllungen und die jeweilige Ersatzfüllung einzeln aufführt. Den Plan reichen Sie idealerweise bei Ihrer Krankenversicherung ein, bevor wir starten.
Bei mehreren Füllungen arbeiten wir quadrantenweise — also Kieferseite für Kieferseite — statt alles in einer Sitzung. Das hält den Aufwand beherrschbar und die Schutzmaßnahmen wirksam.