Unser Verständnis
Warum wir bei Angst nicht zuerst zur Spritze greifen
Die häufigste Antwort auf Zahnarztangst ist heute medikamentöse Sedierung — Lachgas, Dormicum, Vollnarkose. Das funktioniert. Es bringt Patient*innen durch die Behandlung, ohne dass sie viel davon mitbekommen. Aber es löst die Angst nicht. Wenn die Wirkung nachlässt, ist die Angst meistens noch genau dieselbe wie vorher — nur dass jetzt zusätzlich noch ein neues Erlebnis dazukommt, an das man sich nur unscharf erinnert.
Wir glauben an einen anderen Weg. Was Angst dauerhaft auflöst, ist nicht Bewusstseinsdämpfung, sondern neue, gute Erfahrungen. Eine Behandlung, in der man die Kontrolle behält. Ein Zahnarzt, der zuhört. Ein Tempo, das sich an dem orientiert, was man gerade aushält. Vorhersagbarkeit. Erklärung. Stop-Signale, die ernst genommen werden. Das Gefühl, dass nichts passiert, was man nicht möchte.
Das ist anstrengender für uns, weil es Zeit kostet — viel Zeit. Aber es führt dazu, dass Menschen, die jahrelang keine Praxis betreten haben, irgendwann freiwillig wiederkommen. Das ist es uns wert. In medizinisch begründeten Einzelfällen besprechen wir auch Sedierung, Lachgas oder Vollnarkose. Aber als Standard? Nein.