Ganzheitliche Zahnarztpraxis Bad Schwartau - Knochenaufbau und PRF-Behandlung mit körpereigenem Blut
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PRF - Regeneration aus Ihrem eigenen Blut

Platelet Rich Fibrin: körpereigene Wundheilung in konzentrierter Form.

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Wenn ein Verfahren in der modernen Zahnchirurgie in den letzten Jahren wirklich etwas verändert hat, dann ist es die Arbeit mit körpereigenem PRF - Platelet Rich Fibrin. Es ist ein Verfahren, das ohne Zusätze, ohne tierische Bestandteile und ohne Chemie auskommt: Wir nehmen Ihnen wenige Milliliter Blut ab, zentrifugieren es und gewinnen daraus eine Membran aus Ihren eigenen Wachstumsfaktoren, Fibrin und weißen Blutkörperchen. Diese Membran legen wir in die Wunde - und unterstützen damit die natürliche Heilung von innen heraus.

Was genau ist PRF?

PRF ist eine Weiterentwicklung des bekannten PRP (Platelet Rich Plasma). Während PRP unter Zugabe von Antikoagulantien gewonnen wird, arbeitet PRF rein mechanisch: Das Blut wird in speziellen Glasröhrchen langsam zentrifugiert, die Blutplättchen aktivieren sich auf natürliche Weise, und es entsteht ein dichtes, elastisches Fibrinnetz, in dem Wachstumsfaktoren, Stammzellen und Immunzellen eingebettet sind. Dieses Netz gibt seine Wirkstoffe über mehrere Tage langsam in die Wunde ab - ein körpereigenes „Slow-Release-System“ für die Wundheilung.

PRF und PRP - wo liegt der Unterschied?

Beide Verfahren nutzen körpereigenes Blut, unterscheiden sich aber in der Gewinnung und im Ergebnis. Die folgende Übersicht fasst die wesentlichen Punkte zusammen:

PRF und PRP im direkten Vergleich
Merkmal PRF (Platelet Rich Fibrin) PRP (Platelet Rich Plasma)
Zusätze keine - rein mechanisch gewonnen Antikoagulantien (Gerinnungshemmer)
Fibrinnetz dichtes, elastisches Netz als Membran nutzbar flüssig, kaum Fibrinstruktur
Freisetzung der Wachstumsfaktoren langsam über mehrere Tage rasch, kurz nach der Anwendung
Biokompatibilität vollständig körpereigen, ohne Fremdstoffe körpereigenes Blut mit chemischem Zusatz

PRF oder PRGF - was ist der Unterschied?

Neben PRP taucht häufig ein dritter Begriff auf: PRGF („Plasma Rich in Growth Factors", also wachstumsfaktorreiches Plasma). Auch auf unseren Seiten begegnen Ihnen beide Begriffe - etwa PRGF im Zusammenhang mit der biologischen Zahnheilkunde und PRF in diesem Artikel. Das ist kein Widerspruch: Beide gehören zur selben Familie der Eigenblut-Verfahren (Plättchenkonzentrate), unterscheiden sich aber in der Aufbereitung.

  • PRGF ist ein dem PRP verwandtes, standardisiertes Verfahren: Das Blut wird mit einem Gerinnungshemmer abgenommen, aufgetrennt und erst kurz vor der Anwendung gezielt aktiviert. Es entsteht ein flüssiges bis gelartiges Plasmakonzentrat, das sich gut dosieren und mit Knochenmaterial kombinieren lässt.
  • PRF kommt ohne jegliche Zusätze aus: Das Blut gerinnt auf natürliche Weise in der Zentrifuge, und es entsteht eine feste, elastische Fibrinmembran, die ihre Wachstumsfaktoren über mehrere Tage langsam abgibt.

Für Sie als Patient ist der Unterschied im Alltag klein: Beide Verfahren nutzen ausschließlich Ihr eigenes Blut und können den Heilungsverlauf unterstützen. Welches Konzentrat bei Ihrem Eingriff zum Einsatz kommt, richtet sich nach Befund und Anwendungszweck - für Membranen und Wundabdeckungen typischerweise PRF, für fließfähige Anwendungen eher plasmabasierte Konzentrate. Wir erklären Ihnen die Wahl vor der Behandlung.

Welche Wachstumsfaktoren stecken drin?

Im PRF finden sich unter anderem PDGF, TGF-β, VEGF, IGF und EGF. Diese Botenstoffe steuern die Zellteilung, die Bildung neuer Blutgefäße, die Differenzierung von Knochen- und Bindegewebszellen und die Immunabwehr. Sie sind genau das, was eine Wunde braucht, um schnell und kontrolliert zu schließen - und sie kommen aus Ihrem eigenen Körper, ohne Allergiepotenzial. Die folgende Übersicht zeigt, welche Aufgabe die einzelnen Wachstumsfaktoren im Heilungsprozess übernehmen:

Wachstumsfaktoren im PRF und ihre Aufgabe bei der Wundheilung
Wachstumsfaktor Aufgabe im Heilungsprozess
PDGF Regt die Zellteilung an und lockt Reparaturzellen in die Wunde.
TGF-β Fördert die Bildung von Bindegewebe und die Knochenneubildung.
VEGF Unterstützt die Neubildung von Blutgefäßen und damit die Durchblutung der Wunde.
IGF Begünstigt Zellwachstum und die Reifung von Knochen- und Weichgewebe.
EGF Beschleunigt den Verschluss der Schleimhaut über der Wunde.

Wo wir PRF in unserer Praxis einsetzen

Die Anwendungsfelder sind breit, und sie wachsen weiter. In unserer Praxis nutzen wir PRF vor allem in folgenden Situationen:

  • Implantationen: Stabilisierung des Weichgewebes rund ums Implantat, schnellere Einheilung, weniger Schwellung - etwa bei metallfreien Keramikimplantaten.
  • Knochenaufbau: PRF verbindet sich mit Knochenersatzmaterial zu einem stabilen Block - wir nennen das Sticky Bone.
  • Sofortimplantation: Versorgung der Alveole nach Zahnentfernung mit einer PRF-Membran, die das Knochenfach abdeckt und die Heilung beschleunigt.
  • Biologische Weisheitszahnentfernung: Einlage von PRF in die Wunde reduziert Schmerz, Schwellung und das Risiko einer Wundheilungsstörung („dry socket“) deutlich.
  • Sanierung von Kieferherden: Im Rahmen einer FDOK/NICO-OP unterstützt PRF die Regeneration des betroffenen Knochenbereichs. Mehr dazu: Sanierung von Zahnherden und Störfeldern.

Wie läuft die Behandlung ab?

Vor dem eigentlichen Eingriff wird Ihnen wie bei einem Routine-Bluttest etwas Blut abgenommen, meist 20 bis 40 Milliliter. Diese Röhrchen wandern direkt in unsere Zentrifuge. Nach wenigen Minuten sind die fertigen PRF-Membranen einsatzbereit. Während Sie für den eigentlichen Eingriff vorbereitet werden, läuft im Hintergrund schon Ihre persönliche „Heilungsapotheke“ ab. Im OP-Verlauf bringen wir die Membranen entweder als Schutzschicht über der Wunde, als Füllmaterial in einen Knochendefekt oder als Bestandteil eines Sticky-Bone-Blocks ein.

Was bringt es konkret?

Die in der Literatur dokumentierten Effekte sind:

  • schnellere Wundheilung der Schleimhaut
  • geringere postoperative Schmerzen und Schwellung
  • seltener Wundheilungsstörungen
  • bessere Knochenneubildung in augmentierten Bereichen
  • höhere Vorhersehbarkeit bei chirurgischen Eingriffen
PRF ist kein Wundermittel - es ist Ihre eigene Heilungsfähigkeit, in einer Form, in der wir sie gezielt dort hinbringen können, wo sie gebraucht wird.

Welche Vorteile aus ganzheitlicher Sicht?

Die ganzheitliche Zahnmedizin legt großen Wert auf Biokompatibilität - also darauf, dass alles, was im Körper landet, möglichst gut vertragen wird. PRF ist in dieser Hinsicht das ideale Material: Es ist Ihr eigenes Blut. Es kann keine Abstoßungsreaktion geben, keine Materialunverträglichkeit, keine versteckten Zusatzstoffe. Wer auf metallfreie, biologisch verträgliche Therapie Wert legt, wird PRF schätzen.

Für wen ist PRF nicht geeignet?

Es gibt wenige, aber wichtige Einschränkungen. Bei bestimmten Blutgerinnungsstörungen, einer aktiven Chemotherapie oder einer schweren Anämie ist das Verfahren nicht oder nur eingeschränkt sinnvoll. Auch bei der Einnahme bestimmter blutverdünnender Medikamente besprechen wir individuell, ob der Eingriff angepasst werden muss. Im Erstgespräch klären wir Ihre persönliche Situation immer offen mit Ihnen.

Was kostet PRF?

PRF ist eine private Zusatzleistung, die in vielen Fällen sinnvoll, aber selten medizinisch zwingend ist. Die Kosten richten sich nach dem Aufwand und werden im Heil- und Kostenplan transparent ausgewiesen. Viele Patienten entscheiden sich bewusst dafür, weil sie schneller wieder auf den Beinen sein wollen und weil ihnen die natürliche Herangehensweise wichtig ist.

Unser Standpunkt

Wir setzen PRF dort ein, wo es einen klaren Mehrwert bringt - und nicht als Marketinginstrument. In der Implantologie, beim Knochenaufbau und nach komplexen Extraktionen ist der Nutzen aus unserer Erfahrung deutlich; dort gehört die Methode für uns inzwischen zum Standard. Bei einfachen Eingriffen wäre der Aufwand schlicht nicht gerechtfertigt. Wir beraten Sie ehrlich, was in Ihrem Fall sinnvoll ist.

PRF im Zusammenhang: biologische Zahnmedizin ganzheitlich denken

PRF ist ein Baustein im größeren Konzept der biologischen Zahnheilkunde. Wer auf Metallfreiheit, Biokompatibilität und minimale Belastung des Körpers Wert legt, findet in PRF ein ideales Ergänzungsverfahren - ob bei Implantologischen Eingriffen, nach der Sanierung eines Kieferherdes oder als Unterstützung beim Knochenaufbau in Lübeck. Hintergrund zum Zusammenhang zwischen Kieferproblemen und stillen Entzündungen bietet unser Artikel zu stillen Entzündungen im Körper sowie der Ratgeber zu chronischen Entzündungen im Kieferherd.

Häufige Fragen zu PRF

Wie viel Blut wird für PRF benötigt?

In der Regel zwischen 20 und 40 Milliliter - vergleichbar mit einer Routine-Blutabnahme beim Hausarzt. Der Ablauf ist unkompliziert und verläuft parallel zur Vorbereitung des eigentlichen Eingriffs.

Wie schnell wirkt PRF nach der Behandlung?

Die Wachstumsfaktoren werden über mehrere Tage schrittweise aus dem Fibrinnetz freigesetzt. Viele Patientinnen und Patienten berichten schon in den ersten Tagen nach dem Eingriff von einem angenehmeren Heilungsverlauf im Vergleich zu früheren Behandlungen ohne PRF.

Wird PRF von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen?

Nein. PRF ist eine private Zusatzleistung (GOZ). Die Kosten werden transparent im Heil- und Kostenplan ausgewiesen. Ob der individuelle Mehrwert die Investition rechtfertigt, besprechen wir offen mit Ihnen - ohne Verkaufsdruck.

Was ist der Unterschied zwischen PRF und PRP?

PRP (Platelet Rich Plasma) wird unter Zugabe chemischer Antikoagulantien gewonnen; das Gerinnungsprotein Fibrin bleibt dabei weitgehend außen vor. PRF entsteht rein mechanisch durch langsame Zentrifugation ohne jegliche Zusätze - das Ergebnis ist eine dichtere, biologisch aktivere Membran, die die Wachstumsfaktoren langsam und kontrolliert abgibt.

Kann PRF auch bei Angstpatienten eingesetzt werden?

Ja. PRF erfordert lediglich eine kurze Blutabnahme und ist kein schmerzhafter Zusatzschritt. Für Patientinnen und Patienten mit Zahnarztangst kann PRF sogar hilfreich sein, weil es die Heilungsphase angenehmer gestaltet und das Risiko von Komplikationen reduziert.

Ist die PRF-Behandlung schmerzhaft?

Der einzige zusätzliche Schritt ist eine kurze Blutabnahme am Arm, vergleichbar mit einer Untersuchung beim Hausarzt. Die eigentliche PRF-Membran wird während des ohnehin geplanten Eingriffs in die Wunde eingelegt und verursacht keinen eigenen Schmerz. Viele Patientinnen und Patienten empfinden die Heilungsphase danach als angenehmer.

Wie lange dauert die Heilung mit PRF?

Der genaue Heilungsverlauf hängt vom Eingriff und der individuellen Situation ab. PRF gibt seine Wachstumsfaktoren über mehrere Tage kontrolliert ab und kann so die Weichgewebsheilung unterstützen. Aus unserer Erfahrung und der Fachliteratur verläuft die frühe Wundheilung mit PRF häufig ruhiger, mit geringerer Schwellung - ein bestimmter Zeitrahmen lässt sich aber nicht garantieren.

Fazit

Platelet Rich Fibrin ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie moderne Chirurgie und biologisches Denken zusammenfinden. Es nutzt das, was Ihr Körper ohnehin kann - und macht es präziser einsetzbar. Für viele unserer Patientinnen und Patienten ist PRF heute ein selbstverständlicher Teil jeder größeren Behandlung. Wenn Sie wissen möchten, ob PRF für Ihre Situation infrage kommt, sprechen Sie uns an. Wir nehmen uns Zeit, das mit Ihnen durchzugehen.

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