Was NICO ist — und was es nicht ist
NICO (Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis), synonym FDOK (Fettige Degenerative Osteonekrose des Kieferknochens), bezeichnet einen Hohlraum im Kieferknochen mit fettig-degenerativem, oft chronisch entzündetem Inhalt. Typische Lokalisationen: alte Extraktionsstellen, ehemalige Weisheitszahnregionen, Bereiche unter wurzelbehandelten Zähnen.
In der biologisch-zahnmedizinischen Literatur wird NICO als chronisches Störfeld diskutiert. Die schulmedizinisch-zahnärztliche Einordnung ist nicht abgeschlossen — in einigen klinischen Studien sind die Befunde beschrieben, der kausale Zusammenhang zu systemischen Beschwerden ist nicht generell belegt. Genau deshalb arbeiten wir strukturiert: Befund dokumentieren, andere Ursachen ausschließen, gemeinsam mit Ihnen entscheiden.
Warum das 2D-Röntgen NICO oft übersieht
Ein klassisches Zahnröntgen oder Panoramaröntgen zeigt nur eine Projektion. Kieferhohlräume mit teilweise erhaltener Kortikalis verschwinden in der Überlagerung — man sieht sie schlicht nicht. Die DVT liefert dagegen einen dreidimensionalen Datensatz, in dem Knochendichte, Kortikalisstruktur und Hohlräume Schicht für Schicht beurteilbar werden.
Das ist auch der Grund, warum NICO lange als „seltener Befund" galt. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von dental-DVT hat sich der Befundwert geändert — was nicht heißt, dass jeder DVT-Auffälligkeit eine klinische Konsequenz folgen muss. Befund und Beschwerden müssen zusammenpassen.