Was die aktuelle Studienlage zeigt
Vollkeramische Implantate sind seit den frühen 2000er-Jahren in der breiten klinischen Anwendung. Inzwischen liegen Längsschnittstudien über 10 bis 15 Jahre vor. Die zusammengefassten Ergebnisse zeigen 10-Jahres-Überlebensraten von typischerweise über 95 Prozent — vergleichbar mit Titanimplantaten gleichen Designs.
Bei modernen einteiligen Implantaten aus hochreinem Yttrium-stabilisiertem Tetragonalem Zirkonoxid-Polykristall (Y-TZP) sind Brüche eine Seltenheit. Zweiteilige Systeme sind etwas jünger am Markt, zeigen aber in aktuellen Studien ebenfalls gute Überlebensraten.
Wichtig: Diese Zahlen gelten für korrekt indizierte Versorgungen und Patienten ohne unkontrollierte Risikofaktoren. Studienergebnisse lassen sich nicht 1:1 auf den Einzelfall übertragen.
Warum die Pflege so entscheidend ist
Die Haltbarkeit eines Implantats steht und fällt mit der Pflege. Anders als ein natürlicher Zahn hat das Implantat keine Wurzelhaut, die als biologischer Puffer wirkt. Plaque und Zahnstein können sich am Übergang zum Zahnfleisch festsetzen und langfristig den Knochen schwächen.
Gute Nachricht: Zirkonoxid hat eine besonders glatte, polierte Oberfläche. Studien zeigen, dass sich an Keramik weniger Plaque ablagert als an Titan oder rauen Wurzeloberflächen.
In der Praxis arbeiten wir mit Pulverstrahltechnik, Glycin- oder Erythrit-Pulver und Ultraschall mit speziell für Keramik geeigneten Aufsätzen, die die Oberfläche nicht beschädigen.