Zwei etablierte Materialien, ein Ziel
Sowohl Titan als auch Zirkonoxid sind in der Implantologie seit Jahren etabliert. Beide sind biokompatibel, beide können osseointegrieren, beide stützen einen Zahnersatz dauerhaft. Der Unterschied liegt in den Detailfragen — und für manche Patientinnen und Patienten machen diese Details den entscheidenden Unterschied.
Titan ist ein silbergraues Metall mit hervorragender Bruchfestigkeit und dünner natürlicher Oxidschicht. Es wird seit den 1960er-Jahren in der Medizin verwendet, in der modernen Implantologie seit über 40 Jahren.
Zirkonoxid (genauer: Y-TZP, Yttrium-stabilisiertes tetragonales Zirkonoxid-Polykristall) ist eine weiße Hochleistungskeramik. Es findet sich seit den 1990er-Jahren in Hüft- und Knieprothesen, in der Implantologie seit den frühen 2000er-Jahren.
Wie wir die Materialwahl entscheiden
Wir folgen keinem Dogma. In unserer Praxis kommen sowohl Vollkeramik- als auch Titanimplantate zum Einsatz — jeweils dort, wo sie ihre Stärken am besten ausspielen. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam im Beratungstermin.
Wenn Sie sich bewusst für eine metallfreie Mundsanierung entscheiden, eine Sensitivität auf Metalle haben oder im sichtbaren Bereich versorgt werden möchten, sprechen viele Argumente für Vollkeramik. In komplexen Versorgungssituationen mit angulierten Pfeilern oder bei sehr schmalen Knochenverhältnissen kann ein zweiteiliges Titansystem dagegen die nüchternere Lösung sein.
Was Sie von uns bekommen: eine ehrliche, indikationsbezogene Empfehlung — ohne pauschale Ablehnung des einen oder anderen Materials.