IAOMT-Zahnarzt Deutschland — SMART-Protokoll für sichere Amalgamentfernung

IAOMT-Zahnarzt Deutschland: SMART-Protokoll & sichere Amalgamentfernung

Internationale Standards in Bad Schwartau — dokumentierter Schutz, faktenbasierte Aufklärung

1984Gründung der IAOMT in den USA
SMARTSafe Mercury Amalgam Removal Technique
8Schutzbausteine im SMART-Protokoll
2025EU-Verbot der Amalgam-Erstversorgung

Was die IAOMT ist — und was nicht

Die International Academy of Oral Medicine and Toxicology (IAOMT) ist ein 1984 in den USA gegründeter Verband biologisch arbeitender Zahnärzte und Toxikologen. Sie entwickelt seit über vier Jahrzehnten Standards für biokompatible Zahnmedizin und insbesondere für die sichere Entfernung von Dentalamalgam. Ihre bekannteste Veröffentlichung: das SMART-Protokoll (Safe Mercury Amalgam Removal Technique).

Wichtig zur Einordnung: Die IAOMT ist eine internationale Fachgesellschaft, kein staatliches Zulassungssystem. Eine IAOMT-Orientierung ist keine Garantieerklärung — sie ist eine Selbstverpflichtung zur Anwendung dokumentierter Schutzprotokolle. Wir arbeiten Tätigkeitsschwerpunkt-mäßig nach diesen Standards und nennen das, was wir tun, beim Namen.

Dentalamalgam und Quecksilber — Hintergrund zum SMART-Schutzprotokoll

Was SMART konkret bedeutet

Das SMART-Protokoll ist ein Schutzprotokoll zur Reduktion der Quecksilberdampf-Exposition während der Entfernung alter Amalgamfüllungen. Es macht Sie nicht gesund — es schützt Sie und das Behandlungsteam vor unnötiger zusätzlicher Belastung während des Eingriffs. Die acht zentralen Bausteine sind klar definiert und dokumentierbar.

Aus dieser Perspektive ist SMART weder esoterisch noch alternativmedizinisch: Es ist Arbeitssicherheit, Patientenschutz und Mundhygiene in einem. Dieselben Prinzipien werden in der industriellen Quecksilberverarbeitung seit Jahrzehnten angewandt — nur dort heißen sie nicht SMART, sondern Arbeitsschutz.

Amalgamentfernung mit Kofferdam, Spezialsauger und externer Atemluftzufuhr — SMART-Protokoll in der Praxis Dmitri Klass

Die 8 Bausteine des SMART-Protokolls

1
KofferdamDer Zahn wird mit einem Latex- oder latexfreien Tuch isoliert. Amalgampartikel können nicht in den Mundraum oder die Atemwege gelangen.
2
Externe AtemluftzufuhrSie atmen über eine Nasenmaske gefilterte Außenluft — nicht die Luft direkt über dem Arbeitsfeld.
3
Hochleistungs-SpezialsaugerEin zusätzlicher Sauger neben dem Standardabsauger fängt Aerosole und Quecksilberdampf direkt am Bohrer ab.
4
Gekühlte DiamantbohrerStarke Wasserkühlung reduziert die thermische Verdampfung des Amalgams und hält Partikel größer.
5
Mindestaufwand am MaterialDie Füllung wird in größeren Stücken herausgenommen statt komplett zerschliffen — weniger Reibung, weniger Dampf.
6
Schutzkleidung TeamFFP3-Atemschutz, Schutzbrille und Einmalkittel für alle Beteiligten am Eingriff.
7
Schutzkleidung PatientAugenschutz, Haarschutz, Schutzumhang — Sie verlassen die Praxis ohne Restspuren am Gewebe und an der Kleidung.
8
Raumluft & AbscheiderEigener Raumluft-Filter und gesetzlich vorgeschriebener Amalgamabscheider sammeln alle Reststoffe als Sondermüll.
Wie wir das Protokoll umsetzen

Ihr Behandlungsablauf in der Praxis

  1. 01

    Erstgespräch & Befund

    Wir nehmen uns Zeit für Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen, Allergiebefunde. Wir prüfen den Zustand jeder einzelnen Amalgamfüllung — intakt, defekt, Korrosion am Rand. Erstgespräch und Erstuntersuchung kalkulieren wir je nach Umfang im Bereich 300 bis 900 Euro.

  2. 02

    Materialtestung (optional)

    Wenn Sie eine Sensibilisierung vermuten oder bereits eine Metallallergie nachgewiesen haben, prüfen wir vor der Versorgung mit neuen Materialien (Komposit, Keramik, ggf. Aufbaubonding), welche Werkstoffe für Sie verträglich sind. Mehr unter Materialtestung.

  3. 03

    Sanierungsplanung

    Gemeinsam entscheiden wir die Reihenfolge: Welche Füllungen werden in welcher Sitzung getauscht? Bei größerem Umfang in 2 bis 4 Sitzungen, um die Belastung gering zu halten. Sie erhalten einen schriftlichen Heil- und Kostenplan.

  4. 04

    Vorbereitung der Sitzung

    Wir bauen Kofferdam, Spezialsauger und Nasenmaske auf, ziehen Schutzkleidung an, schalten den Raumluft-Filter ein und prüfen alle Schutzkomponenten vor Beginn.

  5. 05

    Entfernung & Direktversorgung

    Die Füllung wird in möglichst großen Stücken gekühlt herausgenommen, der Zahn gründlich gereinigt. Sofort danach versorgen wir mit metallfreiem Komposit als Direktfüllung — oder bereiten den Zahn für eine später eingegliederte Vollkeramik-Versorgung vor.

  6. 06

    Mundspülung & Nachsorge

    Nach dem Eingriff Spülung mit Aktivkohle- oder Chlorella-Lösung. Auf Wunsch ergänzen wir mit ärztlich verordneten Ausleitungsverfahren, jedoch ohne Heilsversprechen — das Protokoll reduziert Exposition, ersetzt aber keine eigenständige medizinische Behandlung.

Drei Perspektiven

Wann sinnvoll, wann riskant, was ist Mythos

A

Wann SMART-Schutz besonders sinnvoll ist

Bei nachgewiesener Quecksilber-Sensibilisierung, bei Patientinnen mit Kinderwunsch im Vorfeld einer planbaren Sanierung, bei mehreren großen Amalgamfüllungen, bei Schwangerschaft (falls eine Behandlung unaufschiebbar ist) und bei vorerkrankten Patienten mit Atemwegs- oder Nierenerkrankungen. Auch für das Team ist das Protokoll wichtig — Quecksilberdampf ist ein Arbeitsschutzthema.

B

Risiken & Komplikationen

Die Entfernung selbst birgt Pulpennähe bei tiefen Füllungen, mögliche Empfindlichkeit nach der Versorgung, Bedarf einer aufwendigeren Folgeversorgung (Inlay, Krone) wenn die Restzahnsubstanz schwach ist. Bei Hypersensibilität gegen Latex wird latexfreier Kofferdam eingesetzt. Wer keine Atemmaske toleriert, dem bieten wir alternative Schutzmaßnahmen.

C

Mythen-Check

„SMART macht Sie gesund" — nein, SMART reduziert die Exposition während des Eingriffs. „Ohne SMART ist jede Entfernung gefährlich" — auch ohne strenges Protokoll passiert in einer normalen Praxis kein dramatischer Schaden, aber das Risiko ist messbar höher. „IAOMT-Zertifizierung ersetzt staatliche Zulassung" — nein, beides existiert parallel. „Alle Amalgame müssen weg" — nein, intakte Füllungen ohne Symptome sind kein zwingender Sanierungsgrund.

Häufige Fragen

Fragen zu IAOMT & SMART-Protokoll

Was bedeutet IAOMT?

IAOMT steht für International Academy of Oral Medicine and Toxicology — ein internationaler Verband biologisch arbeitender Zahnärzte und Toxikologen, der seit 1984 Standards für biokompatible Zahnmedizin und insbesondere für die sichere Entfernung von Dentalamalgam entwickelt. Sitz der Geschäftsstelle ist in Champions Gate, Florida.

Was ist das SMART-Protokoll?

SMART steht für Safe Mercury Amalgam Removal Technique — ein Schutzprotokoll zur Reduktion der Quecksilberdampf-Exposition während der Entfernung alter Amalgamfüllungen. Das Protokoll umfasst Kofferdam, externe Atemluftzufuhr, Spezialsauger, gekühlte Diamanten und Schutzkleidung für Patient und Team. SMART macht Sie nicht gesund — es minimiert die Exposition während des Eingriffs.

Sind Sie IAOMT-zertifiziert?

Dmitri Klass arbeitet nach den Standards der IAOMT und setzt das SMART-Protokoll in der Praxis um. Eine formale IAOMT-Mitgliedschaft ist keine staatliche Zulassung und kein Garantielabel — sie ist eine Selbstverpflichtung zur Anwendung der genannten Standards. Wir nennen das, was wir tun, beim Namen und dokumentieren es transparent.

Was kostet eine Amalgamentfernung nach SMART?

Das Schutzprotokoll (Kofferdam, externe Atemluft, Spezialsauger, gekühlte Diamanten) berechnen wir pro Füllung im Bereich von etwa 80 bis 250 Euro zusätzlich zur eigentlichen Restauration (Komposit, Inlay, Onlay oder Krone). Die Höhe hängt von Größe, Lage und Aufwand der jeweiligen Füllung ab.

Müssen ALLE Amalgamfüllungen entfernt werden?

Nein. Seit 1. Januar 2025 ist die Erst-Versorgung mit Amalgam in der EU verboten, bestehende Füllungen dürfen aber verbleiben. Defekte, gesprungene oder am Rand undichte Füllungen sollten unabhängig von Allergiefragen ausgetauscht werden. Eine vorsorgliche Komplett-Sanierung ohne medizinischen Grund empfehlen wir nicht — die Entscheidung treffen Sie nach individueller Beratung.

Welche Schutzmaßnahmen werden eingesetzt?

Im Einzelnen: Kofferdam isoliert den Zahn vom Mundraum, ein Spezialsauger fängt Aerosole und Quecksilberdampf ab, der Patient atmet über eine Nasenmaske gefilterte Außenluft, Diamantbohrer werden stark gekühlt um Dampfentwicklung zu reduzieren, das gesamte Team trägt FFP3-Atemschutz und Schutzbrille, die Behandlungszone wird gespült und abgesaugt. Nach dem Eingriff wird der Mund mit Aktivkohle oder Chlorella ausgespült.

Was passiert mit dem entfernten Amalgam?

Alle Amalgamabfälle werden über einen Amalgamabscheider (gesetzlich vorgeschrieben) gesammelt und als Sondermüll umweltgerecht entsorgt. Quecksilber gelangt weder ins Abwasser noch in den Hausmüll. Das ist Standard nach der EU-Quecksilberverordnung und nicht IAOMT-spezifisch.

Gibt es andere IAOMT-Zahnärzte in Deutschland?

Ja, eine wachsende Anzahl deutscher Praxen arbeitet nach IAOMT-Standards. Eine offizielle Liste finden Sie auf der IAOMT-Website. Wichtig: Eine IAOMT-Orientierung ist kein Qualitätssiegel im rechtlichen Sinn, sondern eine Selbstverpflichtung zur Anwendung dokumentierter Schutzprotokolle.

Hinweis zu IAOMT & SMART

Die International Academy of Oral Medicine and Toxicology (IAOMT) ist eine internationale Fachgesellschaft, kein staatliches Zulassungssystem. Das SMART-Protokoll ist ein Schutzprotokoll zur Reduktion der Quecksilberdampf-Exposition während der Entfernung alter Amalgamfüllungen — es hat keine therapeutische Wirkung jenseits dieses Schutzes und ersetzt keine medizinische Diagnostik oder Therapie systemischer Beschwerden.

Unsere Praxis setzt das Protokoll im Tätigkeitsschwerpunkt biologische Zahnmedizin um und dokumentiert die einzelnen Schutzschritte. Eine sichere Diagnose und individuelle Therapieempfehlung ist nur nach persönlicher Untersuchung möglich.

Ihr nächster Schritt

Sicher entfernen, biokompatibel ersetzen

Wenn Sie eine Amalgam-Sanierung nach dokumentierten Schutzstandards möchten, sprechen Sie mit uns. Im Beratungstermin klären wir Befund, Reihenfolge und Versorgungsoptionen — transparent, faktenbasiert, ohne Heilsversprechen.